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日志


Novembertag

 

NOVEMBERTAG

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
Drängt die Welt nach innen.
Ohne Not geht niemand aus,
Alles fällt in Sinnen.
Leiser wird die Hand, der Mund,
Stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund
Träumen Mensch und Erde.

von Christian Morgenstern

 

Herbstlaunen

Herbstlaunen

Ganz allmählich übergab
der Sommer dem Herbst
das Regiment.
Mit zaghaftem Pinsel
setzt dieser seine ersten
Markenzeichen.
Er verwandelt die Natur
in ein einziges Märchenbild.
Irgendwann hatte er genug
von all der Schönheit.
Er stürmte und tobte,
riss die Blätter von den Bäumen
und ließ die Natur nackt und
verwüstet zurück.
Jetzt kann man nur hoffen,
dass der Winter schnell alles
unter eine weiße Decke
verschwinden lässt.

 

von Annegret Kronenberg

Quelle Gedichtegarten.de

 

 

In einer Nacht im Mai

In einer Nacht im Mai

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Die Luft wird getragen

von süßen Frühlingsdüften.

Seidiges Maigrün hüllt uns ein.

Ein zarter Windhauch lässt

weiße Blütenflocken schneien.

Wir tanzen verliebt, berauscht

durch den Mai. 

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von Annegret Kronenberg

Quelle Gedichtegarten.de

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Frühlings Ankunft

 

Frühlings Ankunft

Grüner Schimmer spielet wieder
Drüben über Wies' und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
Auf die stumme trübe Welt.
Ja, nach langen Winterleiden
Kehrt der Frühling uns zurück,
Will die Welt in Freude kleiden,
Will uns bringen neues Glück.

 

Seht, ein Schmetterling als Bote
Zieht einher in Frühlingstracht,
Meldet uns, dass alles Tote
Nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
Aufzuschau'n zum Sonnenschein;
Ist es doch, als ob sie fragen:
„Sollt' es denn schon Frühling sein?“

Seht, wie sich die Lerchen schwingen
In das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
Über uns herab ins Feld!
Alles Leid entflieht auf Erden
Vor des Frühlings Freud' und Lust
Nun, so soll's auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(1798 - 1874)

 

Die unschuldige Rose

 

 

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    Die unschuldige Rose 

    Sprechen wir nicht von dir.
    Du bist deiner Natur nach unaussprechlich.
    Andere Blumen schmücken die Tafel,
    du verklärst sie. 
    Man stellt dich in eine Vase -
    und schon wandelt sich alles:
    es ist vielleicht die gleiche Vase Melodie,
    aber gesungen von einem Engel.

     

    Rainer Maria Rike

    1875-1926

     

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Rose

 

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Sommermaus -Traum

Sommermaus -Traum

Dieses Gedicht hat mir mal ein guter Freund geschrieben.

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Ich saß einsam auf eines Baumes Stumpf,

an einem See, eigentlich war es nur ein Sumpf.

Die Sonne schien und wärmte mich,

losgelöst von Sorgen, Glück fühlte ich.

Die Vögel trällerten ihre schönsten Lieder,

die Enten putzen ihr Gefieder.

Frieden umgab mich, ein schöner Ort,

von hier will man eigentlich nicht fort.

Der Frosch der eben noch geschwommen,

hat räkelnd auf einem Blatt Platz genommen.

Quakend meldet er sich laut.

Ein Zitronenfalter kann sich nicht entscheiden,

flieg ich weiter, oder soll ich bleiben?

Die Hummel dick, bedächtig und braun,

fliegt von der Blumenwiese auf einem Baum.

Schwalben, die nach Insekten jagen,

irgendwoher hört man ein Junges klagen.

Eine Schnecke kämpft mit den Urwalds Tücken,

aber sie findet immer wieder Lücken.

Und ist es in der Natur für einen Moment mal stille,

nicht lange hört man die Grille.

Ach wie friedlich ist doch die Natur,

hät‘ der Mensch davon ein wenig nur.

Wie schön könnt die Welt sich geben,

würde wir wie die Natur nur leben.

Kein Krieg, kein Hunger in der Welt,

nebensächlich Hab, Gut und Geld.

Ich sitz nicht wirklich auf dem Baum,

ich wird‘ wach, es war leider nur ein Traum. 

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Roter Mohn

Roter Mohn

Mein roter Mohn, wie bist du schön,
 du Elfe unter den Blumen.
Deine Blütenblätter sind so zart, wie ein Hauch
und doch so prall mit Liebe gefüllt, als
hätte sich ein ganzes Herz in dir ausgeblutet.
Alle meine Sehnsucht, meinen Schmerz, meine Liebe
vereinigst du in dir.
Wiege noch lange dein Köpfchen im Sommerwind,
mein roter Mohn.
 
 von Annegret Kronenberg
Quelle Gedichtegarten.de
 

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Sprechen über Für Josi

 

 

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Das ist ein Geschenk von Prema.

Ein sehr schönes Bild, für das ich DANKE sage.

Freue mich sehr darüber.

Liebe Grüße an Prema von Deiner Josi.

An den Mai

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

An den Mai

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Es ist doch im April fürwahr
Der Frühling weder halb noch gar.
Komm, Rosenbringer, süßer Mai,
Komm du herbei!
So weiß ich, was der Frühling sei.
Wie aber, soll die erste Gartenpracht,
Narzissen, Primeln, Hyazinthen,
Die kaum die hellen Äuglein aufgemacht
Schon welken und verschwinden?
Und mit euch besonders, holde Veilchen,
Wär's dann fürs ganze Jahr vorbei?
Lieber, lieber Mai,
Ach, so warte noch ein Weilchen!

 

Eduard Mörike (1804-1875)

 

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Zitat

 

In der Tiefe eurer Hoffnungen und Wünsche

liegt euer stilles Wissen um das Jenseits;
Und wie Samen, der unter dem Schnee träumt,
träumt euer Herz vom Frühling.
Traut den Träumen, denn in ihnen ist das Tor zur Ewigkeit verborgen.


Khalil Gibran

 

Frühling

 

Frühling über's Jahr


Das Beet, schon lockert
Sichs in die Höh,
Da wanken Glöckchen
So weiß wie Schnee;
Safran entfaltet
Gewaltge Glut,
Smaragden keimt es
Und keimt wie Blut.
Primeln stolzieren
So naseweis,
Schalkhafte Veilchen,
Versteckt mit Fleiß;
Was such noch alles
Da regt und webt,
Genug, der Frühling,
Er wirkt und lebt.

von Johann Wolfgang von Goethe

Liebeslied

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

Liebeslied

von Annegret Kronenberg



Du bist für mich
ein zärtliches
Liebeslied,
das ich den
ganzen Tag
vor mich hinsumme.

 

Quelle Gedichte-Garten.de

 

 

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Liebesgedicht

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Freudvoll und Leidvoll

 

Freudvoll und leidvollsein;

Hangen und Bangen

in schwebender Pein

Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt,

glücklich allein

ist die Seele die liebt.

 

Johann Wolfgang von Goethe

(1749-1832)

 

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Ich Liebe Dich

 

 

 

 

 

 
 
 

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss...

 

 

Ich liebe dich, weil ich dich lieben muss;
Ich liebe dich, weil ich nicht anders kann;
Ich liebe dich nach einem Himmelsschluss;
Ich liebe dich durch einen Zauberbann.

Dich liebe ich, wie die Rose ihren Strauch;
Dich liebe ich, wie die Sonne ihren Schein;
Dich liebe ich, weil du bist mein Lebenshauch;
Dich liebe ich, weil dich lieben ist mein Sein.

 

 

 

Friedrich Rueckert

(1788-1866)

 

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Meine Rose

 

Meine Rose

 

 



Im leisen Zittern bebt die schoenste Rose,
so fein geroetet, noch nicht voll erblueht,
trotz kleiner Dornen ich sie gern liebkose
und koste ihren Duft den sie versprueht.

Sie ist berauschend, nimmt mir alle Sinne,
ihre Suesse ist ein warmes Meer.
Schoenste aller Schoenen, ich beginne
sie zu lieben, denn sie strahlt so sehr.

Doch dieses Wunder werde ich nicht pfluecken,
in einer Vase wuerde sie vergehn.
Ich werde sie in meinem Herz erblicken
und dort mit leiser Wehmut immer sehn.

 

 

von Feuervogel

 

 

Blumenwiese

 

 

 

Ich stelle mir vor,
Ich liege  auf einer Blumenwiese
und über mir
der strahlend blaue Himmel.
Ich lausche dem
Vogelzwitschern

und genieße den
Duft der Blumen.

Es ist unsagbar schön.

 

Der Baum

 

Da ist ein Baum.

 

Ein schöner, kräftiger Baum.
Nicht mehr ganz jung,
etwas knorrig schon.
Seit vielen Jahren steht er,
ein wenig abseits, an seinem Platz
und behütet stolz sein Fleckchen Erde.
Unter seinen mächtigen Wurzeln
bewahrt er viele ihm anvertaute Geheimnisse.
Seine Abseitsstellung ermöglichte ihm eine freie Entfaltung
und ließ ihn groß und stark werden,
aber auch sehr sensibel.
Selbst der kleinste Windhauch
läßt seine Blätter leise erbeben.
Inzwischen gesellten sich ein paar kleine Bäumchen zu ihm.
Schützend breitet der Baum seine mächtige Krone über sie aus.
Manchmal stecken sie ihre Köpfe zusammen
oder streicheln sich sanft mit ihren Zweigen.
Natürlich fügten die Lebensstürme dem Baum kleine und größere Wunden zu.
Er steckte sie schweigend weg
und ließ sie geduldig vernarben.

Aber wenn einmal Blitz oder Sturm einem jungen Bäumchen
einen Ast zerfetzten, schmerzte es des großen Baumes Mark.
Liebend gern würde er einen seiner mächtigen Äste
an seiner Statt opfern.
Ungezählte Male riß ihm der Herbststurm
rücksichtslos das Kleid vom Leibe.
Nie wurde der Baum müde,
sich immer wieder ein neues Gewand zu weben.
Keine Unbilden der Witterung haben den Baum je beugen können,
wenn seine Äste auch oft herzzerreißend knarrten.
Viele gute und schlechte Lebenserfahrungen
haben ihn klug und weise gemacht.
Oft kann man beobachten,
wie er den jungen Sprößlingen seine Erkenntnisse zuraunt,
und sie werden ganz still und lauschen.
Möge dieser Baum noch lange
seine Kraft und seinen Lebenswillen behalten,
die Sonne ihn noch oft mit ihren Küssen verwöhnen
und der Regen ihm regelmäßig
den Staub vom Kleide waschen.

 

von Annegret Kronenberg

 

Quelle Gedichte- Garten.de

Pforte der Weisheit

 
 
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Die Pforte der Weisheit
 
Weil der Prophet (s.) gesprochen hat:
Ich bin die Stadt der Weisheit, Ali aber ist die Pforte,
so wollten, die sich ärgerten am Worte,
Abtrünnige von Anzahl zehn,
die Proben solcher Weisheit sehn.
 
Sie sprachen: Lasst uns jeder einzeln fragen,
und wird er jedem gleiche Antwort sagen,
und jedem mit verschiednem Worte,
so soll er sehn der Weisheit Pforte,
ob andern Gütern vorzuzieh'n die Weisheit sei, das fraget ihn.
 
Und als ihn so der erste fragte,
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Weisheit ist das Erbteil Gottgesandter,
Gut das Erbteil Gottverbannter.
 
Und als ihn so der andre fragte:
 
Hüten musst du deine Güter,
doch die Weisheit ist dein Hüter.
 
Und als ihn so der dritte fragte,
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Güter sind durch Weisheit zu erwerben,
Weisheit nicht mit Güter zu vererben.
 
 Und als ihn so der vierte fragte
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Güter kannst du nicht dem Dieb verhehlen,
Weisheit kann dir keiner stehlen.
 
Und als ihn so der fünfte fragte,
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Güter wird Gebrauch verzehren,
doch die Weisheit dienet er zu mehren.
 
Und als ihn so der sechste fragte,
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Güter sind zum Bösen die Versucher,
Weisheit gottgefäll'ger Wucher.
 
Und als ihn so der siebente fragte,
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Teilung macht die Güter kleiner,
Weisheit nur Mitteilung allgemeiner.
 
Und als ihn so der achte fragte,
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Güter können selbst sich nicht erhalten,
Weisheit nur weiß Güter zu verwalten.
 
Und als ihn so der neunte fragte,
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Ein Kamel kann Güter schwer fortbringen,
Weisheit hat des Vogels Schwingen.
 
Und als ihn so der zehnte fragte,
war dies das Wort das Ali sagte:
 
Güter machen finster im verstockten Herzen,
hell darin der Weisheit Herzen.
 
Die Frager zogen ab mit Schmach, doch Ali sprach:
Und würden sie mein Leben lang mich fragen,
das Gleiche würd' ich stets und immer anders sagen.
 
 
Friedrich Rückert
(1788-1866)
 

  

Sommerblumen